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Der Ruhrverband besitzt mehrere Wasserkraftwerke, in denen noch die originalen Turbinen und Generatoren seit gut 100 Jahren laufen.
Verantwortlich für die Betriebsführung ist die Lister- und Lennekraftwerke GmbH.

Rechts das denkmalgeschützte Gebäude des Wasserkraftwerks Bamenohl am 28. Mai 2012 (Mühlentag) mit Blick auf das Transformatorenhaus.




 
Blick in die Maschinenhalle durch das Eingangsportal auf einen der beiden Synchrongeneratoren der Firma Bergmann-Elektrizitätswerke-Berlin AG.
Nach der Renovierung sieht es im Maschinenraum fast wieder so aus wie zur Eröffnung am 21.2.1923
(von der blauen Mülltüte links mal abgesehen).

Der Voith-Turbinenregler ist zwar nicht mehr in Betrieb, aber noch am Originalstandort vorhanden.

Die moderne Hydraulik steht unauffällig in der Ecke.


Hier Bilder vor der Renovierung aus den 1970er Jahren
Detail des 28poligen Schwungradgenerators 1 mit Schleifringen, um die Magnetspulen im rotierenden Anker mit Strom aus der Gleichstrom-Erregermaschine (links im Bild) zu versorgen.




Nahaufnahme des Öldruck Geschwindigkeitsreglers mit Windkessel von J.M.Voith, Heidenheim.
Nicht mehr in Betrieb, aber dank Denkmalschutz noch erhalten.

Hier ein Bild vom Betrieb in den 1970er Jahren

Rechts ein Vertikalschnitt durch Maschinensatz 2 in der Warte.

Der rote Strich auf der Skala unten markiert die Nenndrehzahl der Turbinen.

Bei exakt 214 U/min erreichen die 28poligen Generatoren eine Frequenz von 50Hz




Hier ein Horizontalschnitt der Anlage mit Anzeigen der Betriebszustände.

Gut zu erkennen sind die 3 unterschiedlich großen Francisturbinen. Dadurch kann bei schwankendem Wasserangebot das Kraftwerk immer mit dem besten Wirkungsgrad betrieben werden.

Maschinensatz 1 (unten) wird durch eine Doppelschachtturbine auf gemeinsamer Welle angetrieben (Schluckvermögen 6,3 m³/s).
Maschinensatz 2 besitzt unterschiedlich große Turbinen, die durch eine Kupplung getrennt werden können. Auch hier ist das Gesamtschluckvermögen 6,3 m³/s.

Die Fallhöhe beträgt 7,20 m
Der Generator im Vordergrund hat die Maschinen-Nr. 600174, der hintere 600175.
Jeder Drehstrom-Generator kann 500 kVA leisten bei einer Spannung von 400 Volt.

Direkt gekuppelt ist jeweils ein Gleichstrom-Generator (Nr. 189704 und 189790). Die Erregungsspannung beträgt 220 Volt bei 15 kW Leistung.

Die Jahresstromerzeugung erreicht in wasserreichen Jahren bis zu 2,2 Millionen kWh/a.






















Gedenktafel zum Bau des Kraftwerks und
Eröffnung des Betriebes am 21.2.1923 
Zum Zeitpunkt der Besichtigung (2012) war die Anlage außer Betrieb.
2002 waren Schäden am 2 km langen Zulauf des Kraftwerks festgestellt worden, die eine Standsicherheit nicht mehr gewährleistete. Durch den langen Stillstand kam es zu weiteren Schäden, die durch eine umfangreiche und denkmalgerechte Sanierung des Oberwassergrabens behoben wurde.
Seit 2014 ist das Kraftwerk wieder in Betrieb!

Das Wasserkraftwerk Bamenohl kann voraussichtlich wieder am Pfingstmontag (Mühlentag) besichtigt werden.
Zum Schluss noch 2 Bilder aus dem Jahr 1986 von meiner 1. Besichtigung mit laufendem Generator.


Eine kurze Geschichte, wie ich zu der Besichtigung gekommen bin.
Im Rahmen meiner Tätigkeit im Deutschen Wetterdienst war ich 1986 für ein paar Wochen zur Wetterstation Kahler Asten im Sauerland abgeordnet. Dort hatte ich u.a. die Aufgabe, Niederschlagswerte umliegender nebenamtlicher Stationen telefonisch abzurufen. Zu einer Station gehörte damals auch das Wasserkraftwerk Bamenohl. Bei einer wöchentlichen Abfrage erkundigte ich mich bei dem Mitarbeiter des Kraftwerks, ob ein Blick in den Maschinenraum möglich wäre.
Daraufhin kam es zu der Besichtigung.
Bei der Führung durch das Kraftwerk Bamenohl bemerkte der Maschinist meine große Begeisterung für die Wasserkraft und schlug vor, auch das unterhalb an der Lenne liegende Kraftwerk Lenhausen zu besichtigen. Er telefonierte mit seinem Kollegen und kündigte meinen Besuch an. Damals waren die Kraftwerke noch mit Personal besetzt!
Das Wasserkraftwerk Lenhausen war und ist genauso interessant wie Bamenohl, ähnliches Baujahr, aber andere Technik. Stehende Maschinensätze mit Kaplanturbinen in einem sehenswerten türkis-blau-grün gekachelten Maschinenraum mit ausgelegten roten Teppichen. Leider hatte ich in Bamenohl meinen Film schon vollgeknipst und konnte keine Bilder mehr machen.
Aber es kam noch besser, während der Besichtigung in Lenhausen bekam der Maschinist einen Anruf wegen einer Störung im Kraftwerk Ahausen, die er sofort beheben sollte. Wenn ich wollte, könnte ich ja mit zum Kraftwerk fahren. So kam es an diesem Tag zu einer unvorhergesehenen 3. Besichtigung. Auch nach intensiver Suche konnte in Ahausen keine Störung festgestellt werden und so verabschiedete ich mich von dem freundlichen Maschinisten mit bleibenden Erinnerungen bis heute.